St.Gallen

Polizei: «Wir konnten die Gewaltspirale durchbrechen»

10. April 2021, 08:04 Uhr
Nach zwei Krawallnächten und dem anschliessend harten Durchgreifen der St.Galler Polizei am Ostersonntag wurde für Freitag erneut zu Gewalt in der St.Galler Innenstadt aufgerufen. Die Polizei war mit einem Grossaufgebot vor Ort: 90 Personen wurden weggewiesen und 40 mussten mit auf den Polizeiposten.

Die St.Galler Innenstadt war anfänglich wie ausgestorben. Weniger Leute als an den vergangenen Wochenenden waren unterwegs, die Ankündigung der Polizei, mögliche Randalierer und Schaulustige wegzuweisen oder anzuzeigen, zeigte offenbar Wirkung.

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Quelle: TVO/FM1Today

Eltern mussten Jugendliche abholen

«Es kam den ganzen Abend weder zu Ausschreitungen noch zu Sachbeschädigungen», sagt Dionys Widmer auf Anfrage von FM1Today. Am späteren Abend versammelten sich Jugendliche beim Gallusplatz oder in der Engelgasse wie Bilder zeigen. «Wir haben in der ganzen Innenstadt Kontrollen bis nach Mitternacht durchgeführt. Dabei wurden rund 90 Personen weggewiesen und 40 Personen mussten für weitere Abklärungen mit auf den Polizeiposten», so der Mediensprecher.

Bei diesen 40 Personen handelte es sich fast ausschliesslich um Missachtungen von Wegweisungen. Über ein Dutzend der rund 40 Personen waren minderjährig, weswegen die Eltern informiert wurden, um die Minderjährigen abzuholen. «Es ist normal, dass wir die Eltern informieren, wenn Jugendliche minderjährig sind.» Die wenigsten der eingebrachten Jugendlichen wohnen in St.Gallen selbst.

Viele von ausserhalb der Ostschweiz

Bei den 90 weggewiesenen Personen handelt es sich bei einem Drittel um Minderjährige. Auch unter den Weggewiesenen waren kaum Personen aus der Stadt St.Gallen. Unter anderem stammen sie auch aus Bern, Kriens, Luzern oder Landquart.

Bei den Kontrollen wurden eine Schreckschusswaffe, Vermummungsmaterial und diverse Betäubungsmittel sichergestellt.

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Quelle: FM1Today

«Wir konnten Gewaltspirale durchbrechen»

«Mit den Wegweisungen wollten wir die Gewaltspirale durchbrechen, das ist uns sicher gelungen.» Wie die Situation an den kommenden Wochenende sein wird, müsse aber immer wieder neu beurteilt werden. «Wir werden sicher schauen, ob es weitere Gewaltaufrufe gibt und denen nachgehen und wir sind vorbereitet, falls wieder etwas los ist», sagt Widmer.

In den sozialen Medien war zum vierten Mal innert zwei Wochen Ausschreitungen aufgerufen worden. Am Osterwochenende sowie eine Woche zuvor war es zu Ausschreitungen zwischen Jugendlichen und der Polizei gekommen. Am Karfreitag besammelten sich nach Polizeiangaben auf und um den Roten Platz 300 bis 350 Jugendliche. Die Situation eskalierte, die von den Jugendlichen attackierte Polizei setzte Gummischrot ein.

Diese Krawalle folgte auf Ausschreitungen von Ende März, als zunächst über 200 Jugendliche eine illegale Party gefeiert hatten. Diese löste die Polizei auf, worauf es in der Innenstadt zu Ausschreitungen und Sachbeschädigungen kam, ein Polizist wurde leicht verletzt.

Auch in anderen Schweizer Städten, für welche Jugendliche zu Versammlungen aufgerufen hatten, blieb es gemäss bisherigen Kenntnissen ruhig.

(abl/sda)

Quelle: FM1Today
veröffentlicht: 9. April 2021 19:55
aktualisiert: 10. April 2021 08:04