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St.Galler Bergbahnen

«Schliessung über Festtage hätte fatale Folgen»

Angela Müller, 10. Dezember 2020, 05:58 Uhr
Die St.Galler Regierung zieht es in Betracht, den Bergbahnen über Weihnachten und Neujahr die Betriebsbewilligung zu entziehen, sollten die Coronazahlen nicht sinken. Dies zum Ärger der Skigebiete.
Die Pizolbahnen starten bereits am Freitag in die Saison, denn Schnee liegt bereits genügend.
© zVg

Die Vorbereitungsarbeiten für die Wintersaison der Pizolbahnen sind abgeschlossen und dank genügend Neuschnee und der zusätzlichen Hilfe der Beschneiungsanlagen starten die Bahnen früher als geplant schon diesen Freitag. Die Vorfreude bei den Pizolbahnen war gross, bis die St.Galler Regierung am Mittwochnachmittag bekannt gab, die Skigebiete wohl über die Festtage zu schliessen.

«Ein solcher Entscheid hätte für unser Unternehmen und die Mitarbeitenden fatale Folgen», sagt Klaus Nussbaumer, CEO der Pizolbahnen AG, auf Anfrage von FM1Today. Über die Festtage können die Bergbahnen bis zu 30 Prozent ihres Saison-Umsatzes machen. «Diesen brauchen wir, um die laufenden hohen Kosten wie Löhne zahlen zu können», sagt Nussbaumer. Würde der Kanton den Pizolbahnen den Betrieb in dieser Zeit nicht erlauben, müssten diese Kurzarbeit beantragen.

«Menschen haben das Bedürfnis, draussen zu sein»

Nussbaumer wundert sich über das Vorgehen der Regierung: «Wenn die St.Galler Skigebiete geschlossen sind, weichen die Leute doch einfach in die angrenzenden Kantone aus.» Damit dürfte er durchaus recht haben, denn schon im Frühjahr hatte sich gezeigt, dass die Menschen während eines Lockdowns ein besonderes Bedürfnis nach Bewegung an der frischen Luft hatten. «Es wäre doch gerade jetzt wichtig, auf dieses Bedürfnis der Menschen eingehen zu können.»

Gerade in dieser Region, wo in Liechtenstein, St.Gallen, Glarus und Graubünden Skigebiete geografisch so nahe beieinander liegen, ergibt ein rein kantonales Vorgehen wenig Sinn. Nicht zuletzt deshalb dürfte Regierungsrat Bruno Damann auch fordern, dass der Bund wieder das Zepter gänzlich in die Hand nimmt und die ausserordentliche Lage ausruft.

Wäre «harter Schlag» für Bergbahnen Wildhaus

Vielleicht ist dies auch der Grund, weshalb man im Toggenburg das Säbelrasseln der St.Galler Regierung gelassener nimmt. «Wir nehmen die neuen Massnahmen zur Kenntnis und halten uns an die Vorgaben – weiter planen können wir sowieso nicht», sagt Alex Singenberger, Mediensprecher der Toggenburg Bergbahnen.

Auch die Bergbahnen Wildhaus haben die Massnahmen zur Kenntnis genommen. «Es wird die ganze Saison Unsicherheiten geben, die neue St.Galler Massnahme bringt uns jedoch ein wenig Planungssicherheit: Wir werden bis am 22. Dezember in Betrieb gehen können. Was danach passiert, dazu müssen wir die Entscheidungen von Bund und Kanton abwarten», sagt Jürg Schustereit, Mediensprecher der Bergbahnen Wildhaus.

Immerhin gebe es nun auch genau definierte Kriterien, was es braucht, um weiterfahren zu können. Doch auch bei den Bergbahnen Wildhaus fürchtet man sich davor, die wichtigste Zeit in der Wintersaison zu verpassen: «Klar wäre es ein harter Schlag, müssten wir das Skigebiet über Weihnachten und den Jahreswechsel geschlossen halten.»

Quelle: FM1Today
veröffentlicht: 10. Dezember 2020 05:51
aktualisiert: 10. Dezember 2020 05:58