Gewässerschutz

St.Galler Gewässer sollen besser vor Chemikalien geschützt werden

5. Dezember 2022, 12:14 Uhr
Im Juni hatte die St.Galler Regierung Massnahmen zum Schutz der Gewässer vor Chemikalien angekündigt. Knapp sechs Monate später ist nun der konkrete Auftrag für die Ausarbeitung erteilt worden. Inhaltliche Resultate sind im Sommer 2024 zu erwarten.
Im Kanton St. Gallen sollen Gewässer besser vor Chemikalien wie der Perfluoroctansulfonsäure (PFOS) geschützt werden. Dazu werden nun Massnahmen erarbeitet.
© Kanton St. Gallen
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Im März war bekanntgeworden, dass von einem Firmengelände in Goldach Löschschaum in den Bodensee gelangt war, der Perfluoroctansulfonsäure (PFOS) enthielt. Zweimal, im Dezember 2020 und im Januar 2021, floss der verbotene Stoff - insgesamt 10 Kilogramm - in den See.

Projekt ist einen Schritt weiter

Nach zahlreichen Medienberichten und mehreren Vorstössen reagierte die St.Galler Regierung im Juni mit einer Medienorientierung. Sie kündigte dort ein Bündel von Massnahmen an, die die Zusammenarbeit mehrerer Departemente erforderten, wie Regierungspräsident Fredy Fässler (SP) erklärte.

Nun ist die Umsetzung einen Schritt weiter. Der Auftrag zum Projekt «Umweltchemikalien in Gewässern» sei erteilt, informierte die Staatskanzlei am Montag. Das bedeutet, dass es in der Verwaltung einen Projektausschuss sowie ein Projektteam gibt, das durch Mitarbeitende mehrerer Dienststellen besetzt ist. Auch ein externes Unternehmen wird beigezogen.

Resultate im Sommer 2024

Die Arbeiten dauern bis im Sommer 2024. Erst dann werden wohl die konkreten Massnahmen bekanntgegeben. Für das Projekt wurden fünf Schwerpunkte festgelegt. Dazu gehöre die Ahndung von Umweltdelikten, erklärte Michael Eugster, Leiter des Amtes für Wasser und Energie, auf Anfrage der Nachrichtenagentur Keystone-SDA. Im Kantonsrat gibt es dazu eine Standesinitiative der Grünen-Fraktion, die höhere Strafen verlangt. Der Vorstoss wurde allerdings noch nicht überwiesen.

Zu den weiteren Themen gehöre die Sensibilisierung und Stärkung der Eigenverantwortung. Man könne nicht alles kontrollieren, so Eugster. Die anderen Punkte sind der Vollzug der Kontrollen, das Monitoring und die Zusammenarbeit innerhalb der Verwaltung.

(sda)

Quelle: sda
veröffentlicht: 5. Dezember 2022 12:14
aktualisiert: 5. Dezember 2022 12:14