Sturmholz-Parcours statt Seilpark

Lena Rhyner, 17. August 2019, 17:28 Uhr
Abenteuer, Spiel und Spass: Da wo früher der Seilpark am Fusse des Kronbergs für Action im Appenzellerland sorgte, sollen nun neue Attraktionen den Abenteuerdurst der Leute stillen.

Aus Markus Koster sprudelt es nur so heraus: Wo der Geschäftsführer der Kronbergbahnen vor nicht mal einem Jahr völlig erschüttert auf die zerborstenen Baumstämme des Kronberger Seilpark starrte, kann er es nun kaum erwarten, der Öffentlichkeit vom neuen Abenteuerpark zu erzählen.

Im Oktober 2018 hat der Sturm «Vaja» eine Schneise in den Wald gezogen und liess vom Seilpark im Jakobsbad nur ein paar hängende Seile und zerfledderte Baumstämme zurück (FM1Today berichtete). «Ich trauere dem Seilpark nicht mehr hinterher. Klar war es dazumal ein Schock, doch jetzt blicken wir nach vorne und freuen uns auf das Neue», sagt er, und sein Eifer lässt einem diese Aussage glauben. Er hoffe, den Gästen mit der neuen Attraktion ebenfalls eine Freude machen zu können.

Wiederaufbau Seilpark wäre möglich gewesen

Das muss Markus Koster zugeben: Ein Wiederaufbau des Seilparkes wäre möglich gewesen. «Wir haben alles genau durchgerechnet. Theoretisch hätte man den Seilpark mit künstlichen Baumstämmen wieder aufbauen können», sagt Koster. Doch was man nicht nachbauen könne, sei die spezielle Atmosphäre, die der Parcours inmitten der Baumkronen des Waldes hatte. «Auch wenn wir den Seilpark wieder aufgebaut hätten: Man weiss nie, wann der nächste Sturm kommt.»

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Quelle: FM1Today

Auf den Seilpark folgt ein Abenteuerpark

Wo altes weicht, kann neues entstehen. Mit diesem Gedanken als Motivation entstand am Fusse des Gontner Hausberges eine Seilpark-Alternative – der Abenteuerpark. Ein riesiges Trampolin steht neben der Sommer-Rodelbahn und ein Slackline-Parcours fordert die Geschicklichkeit der Besucher. Überall auf der Wiese werden Relax-Elemente verteilt, wo sich die Besucher ausruhen können. Doch bei einem Rundgang durch den Abenteuerpark wird klar: Der Sturm sitzt noch in den Knochen.

Sturmholz-Parcours als Andenken an den Seilpark

Seit wenigen Tagen zieren hellbraune Holz-Pfähle die grüne Fläche vor der Talstation der Kronbergbahn. «Den Sturmholz-Parcours haben wir dem Sturm Vaja gewidmet», sagt Koster, während er in den besten Bergschuhen über die nasse Wiese läuft, «aber natürlich sind das nicht die Baumstämme, die beim Sturm umknickten.» Das wäre nicht möglich gewesen, diese seien zersplittert und morsch.

Der Sturmholz-Parcours dient als Andenken an den Seilpark. (Bild: FM1Today/Lena Rhyner)

Fast alles gratis

Der Besuch im neuen Abenteuerpark ist gratis, so wie auch die Benützung des Spielplatzes, der schon seit Jahren das Angebot rund um die Luftseil- und Rodelbahn komplettiert. Einzig für das Trampolin wird Kleingeld benötigt, ein Münzautomat übernimmt die Abwicklung der Kosten für zwei Minuten Hüpfspass. Wie viel Geld die Kronberg Luftseilbahn AG in den Bau des neuen Parkes gesteckt hat, will Koster nicht sagen.

Bis 2020 ist der Park vollständig

Die Attraktionen, die am Donnerstag pünktlich auf die anstehende herbstliche Wandersaison eröffnet werden, sind erst der Anfang. Nächstes Frühjahr sollen noch weitere Aktionen folgen, die für alle Altersgruppen Unterhaltung bieten. Auf was sich die Besucher freuen können, verrät Koster nicht. «Es ist aber gut möglich, dass auch weitere Attraktionen in Anlehnung an den Seilpark entstehen.»

Und auch wenn die Freude über das Neue überwiegt: «Vaja» hat Spuren hinterlassen. Im Wald und bei Markus Koster.

Lena Rhyner
veröffentlicht: 14. August 2019 06:53
aktualisiert: 17. August 2019 17:28