«Wir wollen Sicherheit vermitteln»

Leila Akbarzada, 18. August 2017, 09:55 Uhr
Dieses Wochenende ist St.Galler Fest. Die Stadtpolizei wird wie letztes Jahr mit einem erhöhten Polizeiaufgebot präsent sein. Auch am Churer Fest, das ebenfalls dieses Wochenende stattfindet, wird die Polizei mehr Einsatzkräfte vor Ort haben. Es gibt gezielte Kontrollen bei Autofahrern.

Es war äusserst friedlich, das St.Galler Fest 2016. Wenige Rangeleien, ein paar Regengüsse. Die Stadtpolizei St.Gallen hat letztes Jahr das erste Mal ihr Aufgebot am St.Galler Fest erhöht. «Wir haben letztes Jahr unsere Einsatzkräfte aufgestockt, und das werden wir auch dieses Jahr wieder tun», sagt Dionys Widmer, Mediensprecher der Stadtpolizei St.Gallen.

Mehr Sicherheitsgefühl für Festbesucher

Konkret heisst das, dass mehr Einsatzkräfte patrouillieren, vermehrt auch in orangen Westen. «Wir wollen so ein Sicherheitsgefühl vermitteln. Die Festbesucher können bei Problemen direkt auf uns zukommen», sagt er. Die Präsenz sei offensichtlicher. «Eventuell hat dies auch eine präventive Wirkung: Wenn jemand eine kriminelle Tat plant, überlegt er oder sie es sich vielleicht zweimal, wenn die Polizei präsent ist», sagt Widmer.

Zivile Kräfte seien auch unterwegs. Zudem werden Zufahrtssperren mit Fahrzeugen erstellt. «Das ist aber nicht speziell nur am St.Galler Fest, das machen wir an allen grösseren Anlässen wie beispielsweise auch am New Orleans Festival.»

«Keine direkte terroristische Bedrohung»

Spezielle Vorkehrungen wegen Vorfällen wie der Messerstecherei vor dem Starbucks, der ein 22-Jähriger zum Opfer fiel, werden nicht getroffen. «Wir gehen hier eher von einem Einzelfall aus. Von daher haben wir in unserem Sicherheitsdispositiv für das St.Galler Fest keine Anpassungen vorgenommen», so Widmer. Solche Taten seien sehr schwierig zu verhindern. «Wir sind da auch sehr auf die Hinweise der Bevölkerung angewiesen.»

Auch nach zwei Terrorangriffen in Barcelona und Cambrils am Donnerstag, bei denen mindestens 13 Menschen starben, wird am Sicherheitskonzept nichts geändert. «Wir stehen in einem ständigen Austausch mit der Kantonspolizei St.Gallen und dem Bund. Derzeit gibt es keine Hinweise auf eine direkte terroristische Bedrohung für die Schweiz», sagt Widmer.

Alle Churer Beamten im Einsatz

«Wir sind auf das Stadtfest vorbereitet», sagt auch Ueli Caluori, Kommandant der Stadtpolizei Chur. Das Sicherheitsdispositiv werde jährlich in Absprache mit dem Organisationskomitee angepasst. Auch die Terrorsituation Europas sei in die Planung eingeflossen, weshalb kurzfristig, nach den Anschlägen in Barcelona, nichts geändert werden müsse.

Wie Caluori weiter ausführt, werden die Beamten der Stadtpolizei am Churer Fest, dem grössten Anlass des Jahres, von weiteren Corps unterstützt. «Man wird uns optisch wahrnehmen. Was im Hintergrund läuft, können wir aus taktischen Gründen nicht bekanntgeben.»

Die Churer Stadtpolizei will in diesem Jahr ein besonderes Augenmerk auf die Prävention bezüglich Fahrens in angetrunkenem Zustand legen und führt vermehrt Verkehrskontrollen durch.

Leila Akbarzada
Quelle: red.
veröffentlicht: 18. August 2017 09:55
aktualisiert: 18. August 2017 09:55