Kindersitze versagen bei Aufpralltest

Lara Abderhalden, 24. Oktober 2017, 12:14 Uhr
Nicht alle Kindersitze haben den Sicherheitstest bestanden.
© TCS
Der TCS hat geprüft, ob Kindersitze in Autos den Aufpralltest bestehen. Zwei der Sitze sind durch den Sicherheitstest gefallen. Die Sitze können umgetauscht oder überprüft werden.

17 verschiedene Kindersitze wurden vom TCS getestet. Die meisten, 15 Produkte, haben den Test bestanden. Sie wurden bezüglich Sicherheit, Bedienung, Ergonomie, Schadstoffgehalt, Reinigung und Verarbeitung geprüft. Ausserdem mussten sie einen Aufpralltest bestehen.

Die beiden Modelle «Jané Grand» und «Recaro Optia & Smart Click Base» haben beim Frontalaufpralltest versagt. Jané bietet eine Überprüfung der Modelle an und bei Recaro können die Kindersitze gratis getauscht werden.

Diese Kindersitze haben beim Aufpralltest versagt:

(Bild: TCS)
© Diese Kindersitze haben beim Aufpralltest versagt. (Bild: TCS)

(Bild: TCS)

Nicht vorwärts fahren

Der TCS schreibt, dass immer mehr Kindersitze in den Handel kommen, die sowohl in die Fahrtrichtung als auch gegen die Fahrtrichtung montiert werden können. Dies sei grundsätzlich nicht schlecht, ein Kindersitz sollte idealerweise aber bis zum Alter von zwei Jahren immer entgegen der Fahrtrichtung angebracht werden. Ansonsten steigt das Verletzungsrisiko bei einem Frontalcrash. Erst ab einer gewissen Grösse und einem gewissen Gewicht mache es Sinn, den Kindersitz in Fahrtrichtung zu drehen.

Beim Kauf eines Kindersitzes gibt es ausserdem gewisse Punkte zu beachten, wie der TCS aufführt:

  • Der Kindersitz muss möglichst stramm und standsicher im Fahrzeug eingebaut werden können. Vor allem bei älteren Fahrzeugen können etwa lange Gurtschlossbefestigungen dazu führen, dass sich der Sitz nicht stabil anschnallen lässt.
  • Um eine optimale Rückhaltung zu gewährleisten, sollten Gurten möglichst geradlinig verlaufen und keine Falten werfen.
  • Insbesondere bei Babyschalen sollte geprüft werden, ob die Gurtlänge im Fahrzeug ausreicht, um den Sitz sicher anschnallen zu können. Ist der Gurt zu kurz für eine herkömmliche Babyschale, lässt sich eventuell eine mit separater Basis montieren.
  • Bei Sitzerhöhern mit Rückenstütze kommt es teilweise vor, dass sich der Gurt nicht mehr selbständig aufrollt, wenn sich das Kind nach vorne beugt. In diesem Fall sollte man einen anderen Kindersitz ausprobieren, bei dem die Position der Schultergurtführung besser zur Gurtgeometrie des Autos passt.
  • Kindersitzmodelle mit semi-universaler Zulassung (z.B. alle Kindersitze mit Stützfuss) können nicht in sämtlichen Fahrzeugen montiert werden. Diesen Produkten liegt allerdings meistens eine Typenliste mit den passenden Fahrzeugen bei.

Neue Richtlinien

In ganz Europa gibt es für Kindersitze neue Richtlinien. Die gelten auch für die Schweiz. So müssen die Kindersitze einen Seitenaufpralltest bestehen, um eine Zulassung zu erhalten. Der Kindersitz muss nicht mehr aufgrund des Gewichts des Kindes ausgewählt werden, sondern aufgrund der Körpergrösse. Dabei legt der Hersteller fest, für welche Grösse der Kindersitz geeignet ist. Ausserdem müssen alle Kinder bis 15 Monate gegen die Fahrtrichtung transportiert werden. Der TCS empfiehlt Kinder so lange wie möglich rückwärts zu transportieren, das heisst bis der Kopf aus der Schale kommt oder 13 Kilogramm erreicht sind.

Lara Abderhalden
Quelle: red.
veröffentlicht: 24. Oktober 2017 11:47
aktualisiert: 24. Oktober 2017 12:14