Kein Sponsor, kein Konzept, keine Wahl

Felix Unholz, 1. Februar 2017, 12:06 Uhr
Die Miss-Ostschweiz-Wahl 2017 ist abgesagt. Erstmals seit 30 Jahren gibt es keine Krone für hiesige Schönheiten. Ist das der Tod der Wahl oder besteht Hoffnung auf Wiederbelebung?

«Es ist einfach nicht mehr befriedigend, diese Wahl so durchzuführen», sagt Organisator Marcel Weingartner zur Absage der Miss-Ostschweiz-Wahl. Das Konzept einer reinen Schönheitswahl sei nicht mehr zeitgemäss. «Es sollte auch etwas dahinter sein.» Weingartner hatte die Veranstaltung erst vergangenes Jahr übernommen.

Sponsoren haben keine Lust auf Schönheitswahl

Sein Vorgänger, Ralf Huber, ist nicht überrascht: «Funktionieren würde eine solche Wahl schon, aber das Geld ist einfach das Problem.» In den letzten Jahren sei es immer schwieriger geworden, Sponsoren für die Wahl zu begeistern. «Wenn man selbst Geld bringen muss, damit solche Wahlen stattfinden, vergeht einem die Freude.»

Handelt es sich also nicht nur um einen Schönheitsfehler im Konzept, sondern um Geldprobleme? Sponsoren für das Jahr 2017 habe man gar nicht erst angefragt, meint Weingartner. «Der Entschluss für die Pause fiel bereits letztes Jahr im Herbst.»

Trubel um die Miss-Ostschweiz-Wahl

Bestechungsvorwürfe hatten schon vergangenes Jahr den Glanz der Miss-Wahl getrübt. Weingartner drohte damals einer Kandidatin mit rechtlichen Schritten, worauf diese ihre Anschuldigungen zurückzog. Der Trubel um die Wahl 2016 spiele jedoch keine Rolle für die Absage dieses Jahr: «Das waren haltlose Vorwürfe von einzelnen Kandidatinnen, die mit dem persönlichen Resultat nicht zufrieden waren.»

Zukünftige Durchführung noch ungewiss

Weingartner möchte nächstes Jahr «mit einem neuen Konzept, neuen Ideen und neuen Leuten» wieder durchstarten. Konkrete Pläne und Partner will er noch nicht bekanntgeben: «Sicher ist, dass die Wahl nicht wie anhin in St.Gallen an einem bestimmten Abend stattfinden soll, sondern in mehreren Etappen.» In einzelnen Regionen der Ostschweiz sollen Vorausscheidungen stattfinden, so die Idee von Weingartner.

Auch sein Vorgänger Huber könnte bei guten finanziellen Voraussetzungen wieder dabei sein: «Wenn ein toller Hauptsponsor da steht, kann man das sofort anschauen.» Allerdings müsse man die Organisation und das Konzept der Veranstaltung grundsätzlich überarbeiten.

Felix Unholz
veröffentlicht: 1. Februar 2017 12:06
aktualisiert: 1. Februar 2017 12:06