Buchs

Nach Knatsch: Soziale Dienste bitten Jugendarbeiter um Verzeihung

8. März 2021, 12:18 Uhr
Die Kündigung des langjährigen Jugendarbeiters Markus Büchel wurde von allen Seiten kritisiert. (Archiv)
© Tagblatt
Der Vorstand der Sozialen Dienste Werdenberg (SDW) bittet Markus Büchel und Karin Marugg für die «Fehler der vergangenen Monate» um Entschuldigung. Beide Kündigungen sind aufgrund eines Formfehlers nichtig.

Die Kündigung und sofortige Freistellung von Markus Büchel, Leiter des Kompetenzzentrums Jugend (KOJ), hat hohe Wellen geschlagen (FM1Today berichtete). Hinzu kam die im Dezember 2020 ausgesprochene Kündigung für Karin Marugg, die während 17 Jahren bei den sozialen Diensten Werdenberg als Leiterin der Zentralen Diensten gearbeitet hatte. In beiden Fällen seien Formfehler vorgelegen, schreibt der Vorstand des Vereins Soziale Dienste Werdenberg (SDW) am Sonntag. Dies habe eine interne Analyse der Vorfälle gezeigt.

Rücktritte wegen Kündigungen

Aufgrund des Fehlers bei Karin Marugg entschied sich Heinz Rothenberger für den sofortigen Rücktritt aus dem SDW-Vorstand. Gleichentags gab die Geschäftsleiterin Alexandra Baumgartner bekannt, dass sie die Sozialen Dienste Werdenberg auf eigenen Wunsch verlassen wird.

Wegen der entdeckten Formfehler wurden Markus Büchel und Karin Marugg zu Gesprächen eingeladen. «Durch diesen Austausch erhielt der Vorstand eine andere Sichtweise der Vorkommnisse und stellte fest, dass die im Februar dem Vorstand beantragte Kündigung mit sofortiger Freistellung von Markus Büchel blauäugig gestützt und ausgesprochen wurde.» In der Folge sprach der gesamte SDW-Vorstand Markus Büchel sein Bedauern dafür aus. «Der SDW-Vorstand entschuldigt sich in aller Form für den Entscheid und dafür, was Markus Büchel und seine Familie in diesen Tagen durchmachen müssen.»

«Hoffe, dass dies Signalwirkung hat»

«Das Gespräch hat mir aufgezeigt, dass die beteiligten Politiker konstruktiv mit der Kritik umgehen und gewillt sind, aus Fehlern zu lernen. Ich erhoffe mir, dass dies Signalwirkung hat und sie das Gelernte auch umsetzen können», sagt Markus Büchel. Gleichzeitig fordert er, dass die zahlreichen Abgänge der letzten zwei Jahre bei den Sozialen Diensten Werdenberg analysiert werden.

Nebst den Gesprächen mit Markus Büchel führte SDW-Präsident Eduard Neuhaus am Samstag ein erstes, ausführliches Gespräch mit Karin Marugg. Karin Marugg sei heute noch tief betroffen und enttäuscht, dass es soweit kommen konnte. SDW-Präsident Eduard Neuhaus bedauert die Entwicklung und sicherte Karin Marugg am Samstag zu, dass dieses erste Gespräch erst der Anfang der Aufarbeitung ihres Falls sei.

Der SDW-Vorstand will die Vorkommnisse der letzten beiden Jahre durch neutrale, externe Fachpersonen untersuchen und aufarbeiten lassen. «Dies sind wir allen Beteiligten schuldig», sagt Eduard Neuhaus.

Büchel bleibt, Marugg kehrt nicht zurück

Karin Marugg hat in der Zwischenzeit eine neue Arbeitsstelle gefunden und will nicht zu den Sozialen Diensten Werdenberg zurückkehren. Markus Büchel bleibt den SDW als Leiter des Kompetenzzentrum Jugend erhalten. Er kann der ganzen Entwicklung auch Positives abgewinnen: «Mich trägt die Solidaritätswelle über diese schwierige Zeit. Es ist unglaublich, wie engagiert sich Jugendliche und ehemalige Jugendliche sowie die Bevölkerung mit verschiedenen Aktionen für mich einsetzen. Ein besseres Arbeitszeugnis als jenes, welches mir in den letzten zehn Tagen von der Bevölkerung und den Jugendlichen ausgestellt wurde, könnte ich gar nicht bekommen.»

(red.)

Quelle: FM1Today
veröffentlicht: 8. März 2021 11:36
aktualisiert: 8. März 2021 12:18