Das hat Hüppi nach einem Jahr erreicht

Praktikant FM1Today, 12. Dezember 2018, 15:56 Uhr
Heute vor einem Jahr wurde Matthias Hüppi als neuer Präsident des FC St.Gallen vorgestellt. Einiges hat er versprochen – aber nicht alles gehalten.
Als Matthias Hüppi vor genau einem Jahr auf das Podest steigt, wo sonst die Trainer nach dem Spiel Red' und Antwort stehen, ist die Schweizer Fussballwelt in Aufruhr. Der ehemalige Sportpanorama-Moderator kehrt der Fernsehwelt den Rücken wird Präsident des FC St.Gallen.

Hüppi kommt während einer unruhigen Phase nach St.Gallen, Gerüchte über Vetternwirtschaft machen die Runde. Der begnadete Kommunikator will aber wieder eine Begeisterung entfachen und macht grosse Versprechen:

1. «Alles wird ganz genau angeschaut»

Hüppi verspricht kurz nach der Wahl, die Vergangenheit des Clubs zu durchleuchten. Vor allem finanziell scheinen die Probleme gross zu sein. Der neue Präsident engagiert Finanzprüfer, die den Club durchleuchten – und dabei Erschreckendes feststellen: Ohne den Transfer von Starstürmer Albian Ajeti stünde ein Verlust von über 2.6 Millionen Franken in den Büchern. Hüppi spricht von «Selbstbedienungstendenzen». Er will das Steuer rumreissen, sonst drohe der Kollaps. Dafür wird das Budget des Nachwuchsprojekts Future Champs Ostschweiz gekürzt und Hüppi kann an der GV im November einen Gewinn von 110'000 Franken präsentieren. Das strukturelle Defizit ist kleiner geworden, beträgt aber immer noch zwei Millionen Franken.

2. «Es gibt nur noch eine Gruppe beim FCSG, die Gruppe Grün-Weiss»

Bevor Hüppi kommt, sind die Unruhen im Umfeld gross. Es ist vom «Blasucci- oder Otero-Clan» die Rede. Bereits im Januar trennt sich der FC St.Gallen von Nachwuchschef Marco Otero, das Tagblatt kommentiert: «Die Otero-Gruppe ist zerschlagen: Endlich wird aufgeräumt.» Tatsächlich wird es bald ruhiger im Umfeld. Ein Unruhefaktor bleibt jedoch: der Trainer Giorgio Contini. Doch nicht für lange – Ende April wird er beurlaubt. Auch die Stimmung der Fans verbessert sich. Unter anderem deshalb, weil sich Hüppi volksnah zeigt, auch mal in der Kurve steht oder Fragen von Schülern beantwortet. Im Sommer tourt der Club durch verschiedene Orte im FM1-Land. Die Gruppe Grün-Weiss wächst langsam.

3. «Wir müssen schnellstmöglichst einen Sportchef finden»

Sie waren das Traumduo des Schweizer Fernsehens: Matthias Hüppi und Alain Sutter. Ungezählte Fussballspiele haben die beiden miteinander vor der Fernsehkamera begleitet. Nur drei Wochen nach Amtsantritt holt Hüppi Sutter nach St.Gallen und gibt ihm einen Dreijahresvertrag. Nachdem die Seilschaften beim FCSG kritisiert wurden, nun also ein Fernsehbekannter von Hüppi. Doch der Präsident wehrt sich: «Ich erhielt vom Verwaltungsrat den Auftrag, Sutter zu kontaktieren. Es war kein Sololauf von mir.»

4. «Hier wird wieder die Post abgehen»

Hüppi will das Publikum begeistern. Dazu gehört attraktiver Fussball aber auch sportlicher Erfolg. Trainer Giorgio Contini führte den FC St.Gallen auf einen Europa-League-Platz. Doch Sportchef Alain Sutter entlässt Contini im April und installiert Boro Kuzmanovic als Interimstrainer. Von da an verliert St.Gallen die restlichen Saisonspiele und verspielt den sicher geglaubten Europa-League-Platz. Hüppi steht unter Druck und verspricht gegenüber dem Tagblatt:

5. «Wir werden eine Granate als Trainer haben»

Diese Granate heisst Peter Zeidler. Unter dem Deutschen spielen die St.Galler erfrischenden Offensivfussball, greifen ständig an. Zuweilen ist das auch erfolgreich, zum Beispiel beim Saisonauftakt auswärts gegen den FC Basel, wo die St.Galler mit 2:1 gewinnen. Doch dazu kommen immer wieder Niederlagen, weil die Abwehr nicht stabil genug ist und die St.Galler viele Gegentore kassieren. Dennoch, die Arbeit von Coach Zeidler verspricht Erfolg, er setzt verstärkt auf junge Kräfte. Dazu sind die Leihspieler, die im Sommer nach St.Gallen kommen, echte Verstärkungen.

6. «Wir wollen den Kybunpark wieder füllen»

Die Unruhen vor Hüppis Zeit hat Vertrauen bei den Fans gekostet. Seit Jahren gingen deshalb die Zuschauerzahlen zurück. Hüppi konnte diesen Trend zumindest kurzzeitig stoppen, wie die Plattform transfermarkt.ch zeigt. Ausverkauft war das Stadion aber auch mit Hüppi als Präsident noch nie. Und auch das hohe Ziel, über 10'000 Saisonkarten für die aktuelle Saison zu verkaufen, hat nicht geklappt.

7. «Der FC St.Gallen ist eine Top-5-Mannschaft»

Momentan steht der FC St.Gallen auf diesem 5. Platz. Aber es gibt noch weitere Ziele: So sollen die Espen häufiger europäisch spielen und auch der Cupfinal ist das Ziel. Das gelingt im ersten Jahr noch nicht. St.Gallen scheitert in der Europa-League-Qualifikation an der norwegischen Mannschaft Sarpsborg. Das ist ein erster Rückschlag für das Team um Peter Zeidler. Und auch im Cup scheitert der FC St.Gallen bereits im Achtelfinale gegen Sion in der Verlängerung.

Praktikant FM1Today
Quelle: tob
veröffentlicht: 12. Dezember 2018 15:41
aktualisiert: 12. Dezember 2018 15:56